Sandberg hat einfache Gechichte , aber Nachbarort hat schon mal Geschichte geschrieben die leider etwas im vergessenheit geraten ist , und Deutsche Übersetung ist nur bei uns zu finden

Kadlub Wolny auch als Frei Höfen , Frei Kadlub oder Gross Kadlub bekannt

 

Die Geschichte von dem, mehr als 700 Jahre alten Ort, ist vor allem mit der Fronbauergemeinschaft verbunden. Die haben sich schon im Jahre 1605 von der Leibeigenschaft befreit. Zu der Feudalismuszeit war das ein Musterfall. Und das war so.

 

Der Kaiser von Rom, der König von Deutschland und Tscheschien, der Fürst von Opole und Raciborz war damals Rudolf der Zweite aus dem Habsburgenstamm. Einer seine Vertrauensleute war der Ritter Jan von Bess. Der Kaiser hat ihm im Jahre 1581 das Gut in Rosenberg geschenkt. Das Landgut von Wojciech und den Hohen Wald in Szumirad und Kadlub Wielki hat sich Jan von Bess von seinen Mitteln gekauft.

 

Im Jahr 1593 hat Jan von Bess Margareta Zyrowska, aus Zyrowo geheiratet. Die Vermählung hat in Rosenberg statt gefunden. Der Kaiser Rudolf der Zweite war der Ehrengast auf der Hochzeit.

 

Im Jahr 1609, für seine Verdienste für den Kaiser, wurde Jan von Bess zum Baron gemacht.

 

Jan von Bess, hat sein Gut in Kadlub Wielki an die Fronbauer verkauft. Die Tatsache, dass man das Landgut an die Fronbauer, die dadurch frei geworden sind, verkauft hat, ist sehr merkwürdig. Da stellt man sich die Frage: Warum? Es ist wahrscheinlich, dass Jan von Bess viel Geld gebraucht hat. Hätte er das Gut an den Kaiser verkauft, hätte er nur Geld für das Landgut bekommen. Die Bauer dagegen haben zusätzlich viel Geld für die Freiheit bezahlt. Deswegen hat sich Jan von Bess für diesen einmaligen Schritt entschieden.

 

Das ganze ist genau am 05. April 1605 passiert. In der Urkunde steht es: `` am Dienstag nach dem Palmensonntag``.

In dem Dorfschenke haben sich Jan von Boss, die Bauern getroffen. Der Pfarrer von Zebowice und Krzysztof Hoff von Kantory in Osiecko waren als Zeugen dabei.

 

In der Kaufurkunde erklärt Jan von Boss, dass er an die Leibeigene von Kadlub sein ganzes Gut übergibt. Dazu gehören die Vorwerke, die Wiesen, die Teiche, die Mühlen, das Sägewerk und die Wälder sowie das Wirtshaus, wo der Kaufvertrag abgeschlossen wurde . Das ganze Gut wurde für 2500 Taler verkauft.

 

Die Urkunde wurde mit dem Siegel von Jan von Boss versehen. Die Bauern von Kadlub haben angefordert, dass die anderen Ehrenmänner ( die Gebrüder Zygmunt, Jan Wichowski von Wachow in Lesna, Herr Hildebrand Hoff v. Kaspar ) auch Ihre Siegel auf die Urkunde geben. Somit wurde die Bedeutung der Transaktion bestätigt.

Den Tag der Transaktion wurde sehr festlich begangen. In der Kirche in Zebowice hat eine feierliche Messe statt gefunden.

 

Das unterschriebene Dokument hatte aber keine gesetzliche Gültigkeit, weil die Befreiung von der Leibeigenschaft musste vom Kaiser bestätigt werden. Am 13. Dezember 1605 hat der Kaiser, Rudolf der Zweite die Transaktion erlaubt. Das Erlaubnis wurde in der Kanzlei des Herzogtums Opeln-Ratibor erteilt. Den Brief hat man nach Kadlub Wielki gebracht, dort wurde er in die Schatulle aus dem Eichenholz gelegt. Der Kaiser hat nicht nur die Befreiung der Bauern bestätigt. Er hat verpflichtet alle seine Erben, die zukünftigen Könige von Tschechien, die schlesichen Herzogen von Opeln und Ratibor, sowie alle andere Leute sich seinen Willen zu fügen. Die Urkunde wurde mit dem königlichen Siegel verseht.

 

Die Bauern von Kadlub haben gewusst, wie wichtig dieses Dokument ist, Das war doch ihre Freiheit und Eigentum. Die haben es wie seinen Augapfel gehütet. Die Schatulle aus dem Eichenholz wurde in einem geheimen Ort versteckt. Nur ein Paar Leute haben gewusst, wo das ist. Die Urkunde wurde nur selten in aller Öffentlichkeit gezeigt.

Die Bauern haben den Dorf auf Kadlub Wolny unbenannt, die waren ja jetzt frei und gerade das wollten sie betonen. Den gekauften Grund haben sie auf 25 Teile ( je nach dem Kapitalaufwand ) geteilt. Diese Aufteilung blieb Jahrhunderte lang erhalten. Die Wälder, die Teiche und das Wirtshaus wurden nicht geteilt. Die Bauern haben eine Gemeinschaft gegründet und haben zusammen die Güter, die nicht verteilt wurden, verwaltet. Die haben gemeinsam den Wald abgeschlagen, die Gründer bewaldet. Die ganze Gemeinschaft hat davon profitiert. Keiner von denen hatte das Recht ein Stück davon zu verkaufen und so ist es bis heute geblieben.

 

Die Gemeinschaft hat die wechselvollen Schicksale des Lebens durchgemacht. Die Kaiser und die Könige kamen und gingen. Immer wieder musste der aktuelle Kaiser oder König die Vorrechte der Kadlubianer bestätigen. Alle neue Dokumente wurden sorgfältig aufbewahrt.

 

Im Jahre 1845 hat eine Generalversammlung statt gefunden, wo man Regeln der Gemeinschaft noch mal bestätigt hat, die Generalversammlung als gesetzgebende Gewalt, und der Vorstand der Gemeinde als Vollzugsgewalt definiert hat. Man hat beschlossen, dass die Waldanteile nicht geteilt werden dürfen. Das bedeutet, dass nur ein Kind das Gut und Waldanteil erben konnte. Dieses Ereignis hatte eine günstige Wirkung auf die gesetzliche Lage der Gemeinschaft Das Protokoll dieser Versammlung wurde vom Gericht bestätigt, somit ist die Gemeinschaft eine juristische Person geworden.

 

In der Zeit des Hitlers hat man versucht den Bauern die Wälder wegzunehmen. Es gab mehrere Gerichtsverhandlungen. Immer wieder haben die Kadlubianer die Dokumente gezeigt ( ohne sie aus der Hand zu lassen ) und das hat die Gemeinschaft gerettet. Nach dem zweiten Weltkrieg wollte die Regierung der Volksrepublik Polen die Wälder von Kadlub verstaatlichen. Aber die Hartnäckigkeit der Bauern und der Wert der Dokumente haben gewonnen.

 

Heutzutage haben die Einwohner der Kadlub Wolny eine Gesellschaft gegründet, die „Bäuerliche Wäldergemeinschaft des Dorfes Kadlub Wolny“ heißt und in seiner Tätigkeit auf einem Statut basiert. Am 29. Juni jedes Jahres versammeln sich alle Mitglieder der Gesellschaft um den Gewinn zu verteilen. Ziemlich viel Geld wird in den Wäldern und in das Wirtshaus investiert. Es wird auch für die gemeinschaftliche Zwecke gespendet. Zum Beispiel in den 90-ern Jahren hat die Schule in Kadlub Wolny um die 100 Millionen Zloty bekommen.

 

Die Kadlubianer sagen: „unser Wald und unsere Gemeinschaft sind unser größter Schatz, den unseren Urväter und Väter immer beschützt und uns übergeben haben“.

 

Auf der Grundlage von Monographie der Frau Malgorzata Tracz, Grundschulelehrerin in Kadlub Wolny und Maria Sulek, Grundschulelehrerin in Zebowice , übersetzung Barbara K. in auftrag von Arnold Respondek ,ehemalige Schüler von Frau Tracz .

Arnold Respondek